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Wo geht die Sonne auf und wo unter?

„Im Osten geht die Sonne auf“ stimmt zweimal im Jahr. Den Rest der Zeit geht sie nördlich oder südlich davon auf, und zwar deutlich.

Genau im Osten nur zur Tagundnachtgleiche

Genau im Osten auf- und genau im Westen untergehen sieht man die Sonne nur um die Tagundnachtgleichen im März und September. Nach der Tagundnachtgleiche im März wandert ihr Aufgangspunkt Tag für Tag am Horizont nach Norden, nach der im September nach Süden.

Auf der Nordhalbkugel geht die Sonne im Sommer also im Nordosten auf und im Nordwesten unter, im Winter im Südosten auf und im Südwesten unter. Auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten vertauscht, die Geometrie bleibt dieselbe.

Wie weit sie wandert, hängt von der Breite ab

Am Äquator pendelt der Aufgangspunkt im Lauf des Jahres 23½° zu beiden Seiten von Osten. Je weiter Sie vom Äquator entfernt wohnen, desto größer der Ausschlag: In London oder Berlin geht die Sonne zur Sommersonnenwende etwa 40° nördlich von Osten auf und zur Wintersonnenwende etwa 40° südlich davon — von Nordost bis Südost, ein Viertel des ganzen Horizonts. Nahe dem Polarkreis geht die Sommersonne fast im Norden auf.

Die Richtung wird als Azimut angegeben: in Grad im Uhrzeigersinn von Norden aus, 90° ist also genau Osten, 180° Süden und 270° Westen. Ein Sonnenaufgang bei 50° liegt im Nordosten, ein Sonnenuntergang bei 230° im Südwesten.

Die Himmelsrichtung für Ihre Stadt

Jede Stadtseite zeigt neben den Uhrzeiten die heutige Richtung von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang als Azimut und Himmelsrichtung. Mit dieser Zahl weiß eine Fotografin, welche Straße in der Flucht der untergehenden Sonne liegt — und ein Gärtner oder Wohnungssuchender, wohin ein Fenster blickt.

Warum sie überhaupt wandert

Die Erdachse ist um etwa 23,4° gegen die Erdbahn geneigt. Während die Erde die Sonne umrundet, steigt die Sonne scheinbar ein halbes Jahr lang nördlich des Himmelsäquators und ein halbes Jahr südlich davon, und der Punkt, an dem sie Ihren Horizont kreuzt, wandert mit. Die Tage werden länger, wenn der Aufgangspunkt in Richtung Ihres Pols rückt, weil die Sonne dann einen längeren Bogen über den Himmel zieht.

Fragen und Antworten

Geht die Sonne immer im Osten auf?

Immer in der östlichen Hälfte des Himmels, aber genau im Osten nur um die Tagundnachtgleichen im März und September. Im Sommer geht sie nördlich von Osten auf, im Winter südlich davon (auf der Nordhalbkugel).

Wo geht die Sonne im Winter unter?

Auf der Nordhalbkugel im Südwesten. Je weiter nördlich Sie sind, desto weiter südlich von Westen geht sie unter.

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