Was als Sonnenaufgang gilt
Sonnenaufgang ist der Augenblick, in dem der obere Rand der Sonne über einem ebenen Horizont erscheint — nicht der, in dem ihre Mitte ihn erreicht. Die Sonnenscheibe ist etwa ein halbes Grad breit, und allein das macht schon ein, zwei Minuten aus.
Die Atmosphäre bricht das Licht und hebt das Bild der Sonne in Horizontnähe um rund 34 Bogenminuten an. Die Folge klingt seltsam, stimmt aber: In dem Moment, in dem Sie die Sonne aufgehen sehen, steht sie geometrisch noch unter dem Horizont. Wir rechnen mit der üblichen Refraktion von 34′ und einem Sonnenradius von 16′. Zusammen ergibt das einen Sonnenaufgang, wenn die Sonnenmitte 50′ unter dem Horizont steht — die Konvention des US Naval Observatory.
Den Beobachter setzen wir auf Meereshöhe und lassen die Geländehöhe außer Acht, genau wie das USNO. Die Höhe spielt durchaus eine Rolle — vom Berg aus sieht man die Sonne früher —, aber dafür bräuchte man die Höhe des Horizonts, auf den man blickt, nicht die des Bodens unter den Füßen. Und die kennt niemand für jede Stadt.
Warum unsere Zeiten um eine Minute von anderen Seiten abweichen können
Wir runden auf die nächste Minute. Mehrere bekannte Seiten schneiden die Sekunden einfach ab. Am 22. Oktober 2026 geht die Sonne in Berlin um 17:56:39 unter: Wir zeigen 17:57, die anderen 17:56. Ein Fehler ist keins von beiden, und der Unterschied betrifft ungefähr die Hälfte aller Werte.
Wir runden, weil die Referenz rundet. Im Abgleich mit den veröffentlichten USNO-Werten stimmte jeder geprüfte Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, jede Dämmerung und jeder Sonnenhöchststand auf die Minute.
Dämmerung, goldene und blaue Stunde
Die bürgerliche Dämmerung dauert, bis die Sonne 6° unter dem Horizont steht, die nautische bis 12°, die astronomische bis 18°. Das sind feste Größen. Goldene und blaue Stunde dagegen nicht: Es sind Konventionen von Fotografen, und wir nehmen die gängigen — goldene Stunde, solange die Sonne zwischen 4° unter und 6° über dem Horizont steht, blaue Stunde zwischen 6° und 4° darunter. Eine andere Seite zieht diese Grenzen vielleicht etwas anders und hat genauso recht.
In hohen Breiten fallen manche davon einfach aus. Nördlich von etwa 60° sinkt die Sonne im Juni nie 18° unter den Horizont, eine astronomische Dämmerung gibt es in diesen Nächten also nicht. Das schreiben wir dann auch hin, statt eine Uhrzeit von einem anderen Tag zu borgen.
Der Mond
Ein beleuchteter Anteil in Prozent ergibt nur zusammen mit dem Zeitpunkt Sinn, für den er berechnet wurde: Er ändert sich an einem Tag um bis zu zehn Punkte. Jede Prozentzahl auf einer Seite gilt für 12 Uhr mittags Ortszeit an dem Datum, um das es geht — im Kopf der Seite genauso wie im Text, damit beide nie auseinanderliegen. Deshalb können auch zwei seriöse Seiten für dasselbe Datum 83 % und 85 % zeigen, ohne dass eine falschliegt.
Die vier Hauptphasen sind Augenblicke, keine Tage. Ein Vollmond ist ein einziger Moment für die ganze Erde, deshalb fällt derselbe Vollmond in New York und Berlin auf unterschiedliche Daten. Aus diesem Grund steht bei jeder Phasenzeit auf dieser Seite die Zeitzone dabei.
Womit wir vergleichen
Gerechnet wird mit astronomy-engine. Unsere Tests gleichen die Ergebnisse mit veröffentlichten Werten des US Naval Observatory ab: Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, alle drei Dämmerungen, Sonnenhöchststand, Mondaufgang, Monduntergang, Beleuchtung und Polartag. Die Phasenzeitpunkte stimmen mit dem USNO auf eine Minute überein. Koordinaten und Zeitzonen der Städte stammen von GeoNames.
Wie aktuell die Seite ist
Die Seiten werden jede Nacht neu erzeugt. Zwischen zwei Durchläufen gelten die Zeiten einer Stadtseite für das Datum unter der Überschrift. Öffnen Sie die Seite an einem späteren Tag, merkt sie das, nimmt die wandernde Sonne von der Kurve und sagt es Ihnen — statt so zu tun, als wären die Zeiten von gestern die von heute.






